Nur sehr selten passen alle Fliesen, die man an Boden oder Wand verkleben möchte, ohne, dass ein Teil davon beschnitten werden muss. Für das Beschneiden gibt es verschiedene Werkzeuge. Im Großen und Ganzen gilt: je mehr man bei der Anschaffung für einen Fliesenschneider investiert, umso besser die zu erwartenden Arbeitsergebnisse. Es hängt also stark davon ab, wie oft Sie einen Fliesenschneider auch in Zukunft benötigen, für welches Gerät Sie sich entscheiden. Aber selbst, wenn Sie sich nicht für das teuerste Werkzeug entscheiden, können Sie wunderbar kreisrunde Löcher in Fliesen schneiden – oder vielmehr brechen.

Bodenfliesen schneiden: Fliesen bohren und schneiden

Wer Fliesen verlegen will, muss normalerweise auch Fliesen schneiden. Es kann sein, dass Fliesen geteilt werden müssen, damit sie genau in die zu füllende Fläche passen. Besonders schwierig wird es, wenn für Heizungsrohre oder Steckdosen kreisrunde Durchbrüche geschaffen werden müssen. Dafür sollte man dann schon auf eine professionelle Fliesenschneidmaschine mit Diamantscheibe zurückgreifen. Einen Winkelschleifer kann man natürlich auch benutzen, aber damit wird man nie einen perfekten, sauberen Schnitt hinbekommen. Daher sollte man ihn nur an Stellen verwenden, die später definitiv nicht zu sehen sein werden.

Im Handel gibt es alle erdenklichen Werkzeuge zum Bodenfliesen schneiden:

  • Bohrmaschine mit Trennscheibe
  • elektrischer Fliesenschneider
  • Fliesenlochzange
  • Winkelschleifer mit Trennscheibe
  • Glasschneider
  • elektrische Fliesenfräse
  • mechanischer bzw. manuell zu betätigender Fliesenschneider
  • Fliesenbrechzange und Fliesenhammer
  • Bohrmaschine mit kleinen Steinbohrern

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  1. Gerades Schneiden einer Bodenfliese

Manuelle Fliesenschneider, Glasschneider


Beim Schneiden ähneln die Eigenschaften von Fliesen denen von Glas. Also können auch Glasschneider benutzt werden, wenn man Fliesen brechen oder schneiden will. Manuell zu betätigende Fliesenschneider und Glasschneider funktionieren nach demselben Prinzip. Der Glasschneider besteht aus einem stabilen Griff und einer massiven Klinge aus Metall oder einem Metallrädchen. Der manuelle Fliesenschneider hat ein Metallrädchen, das über eine oder zwei Schienen geführt wird. Dabei wird das Rädchen mittels eines Hebels auf die Fliese gedrückt. Ein preiswerter manueller Fliesenschneider ist etwa der Meister Fliesenschneider.

-> Fliesen werden eigentlich nicht geschnitten, sondern gebrochen

Bei beiden Schneidetechniken wird die Fliese lediglich auf der Oberseite (der mit der Glasur) eingeritzt. Daraufhin kann die Fliese an dieser Sollbruchstelle entlang gebrochen werden, entweder mit einem Fliesenhammer oder mittels einer speziellen Vorrichtung am Fliesenschneider. Beim Anritzen kommt es darauf an, den genau richtigen Druck auf das Rädchen auszuüben – ist der Druck zu gering, wird die Glasierung nicht genug angeritzt, ist er hingegen zu hoch, kann die Fliese unkontrolliert brechen. Unter Umständen sollte dieselbe Sollbruchstelle mehrmals nacheinander geritzt werden.

Winkelschleifer oder Bohrmaschine mit Trennscheibe

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Man kann Fliesen auch mittels einer Trennscheibe an einer Bohrmaschine oder einem Winkelschleifer der Länge nach schneiden. Allerdings ist dies buchstäblich keine sehr saubere Lösung, denn mit dieser Methode werden große Mengen von Staub aufgewirbelt. Daher ist diese Methode in geschlossenen Räumen ausgeschlossen. Außerdem ist es sehr kompliziert, einen wirklich sauberen Schnitt hinzubekommen – selbst, wenn man große Erfahrung und eine ruhige Hand hat. Letztlich wird die Kante kaum jemals absolut gerade sein. Deswegen sollten Fliesen nur ausnahmsweise nach dieser Methode geschnitten werden. Geeignet ist sie zum Beispiel, wenn nur kleinere Ecken abgeschnitten werden müssen.

Elektrischer Fliesenschneider

Auch elektrisch betriebene Fliesenschneider gibt es in vielen Ausführungen. Mit großen Geräten lassen sich insbesondere sehr große Fliesen sauber zuschneiden, da diese Geräte in der Regel auch eine Führung aufweisen. Hier würde sich zum Beispiel ein Fliesenschneider der Marke Ferm empfehlen.

Fliesenschneidmaschine mit Diamantscheibe und Wasserkühlung

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Solche Geräte werden immer wieder empfohlen. Das ist zwar prinzipiell eine richtige Empfehlung, aber nicht unbedingt für den Heimwerker, denn sie sind so teuer in der Anschaffung, dass es ein unverhältnismäßiger Aufwand wäre, sie nur für einmaligen Gebrauch zu kaufen. Prinzipiell können Platten und Fliesen aus Feinsteinzeug auch mit althergebrachten mechanischen Fliesenschneidern geschnitten werden.

  1. Kreisrunde Durchbrüche oder Löcher bohren in der Fliese

Fliesenhammer, Steinbohrer, Bohrmaschine, Fliesenbrechzange

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Das sind die Werkzeuge, die Sie für Durchbrüche oder kreisrunde Bohrungen in der Fliese brauchen. Zunächst muss der Kreis angezeichnet und dabei berücksichtigt werden, dass der Bohrer die Markierung etwas überschreiten wird. Auf dem angezeichneten Kreis wird anschließend mit einem kleinen Steinbohrer ein Loch neben dem anderen gebohrt. Dann kann mit dem Fliesenhammer und der Fliesenzange entlang der Bohrungen der Durchbruch herausgeschlagen werden. Beim Bohren darf keinesfalls der Bohrhammer benutzt werden.

Fliesenhammer und Fliesenlochzange
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Für den Durchbruch kann man wahlweise auch auf eine Fliesenlochzange zurückgreifen. Darin wird die Fliese eingeklemmt. Die Zange hat am vorderen Teil – ähnlich einem Ringschlüssel – einen Ring. Mit einem Fliesenhammer kann das Loch nun im Inneren herausgeschlagen werden. Bei einigen Fliesenlochzangen wird vorsichtig auf die Ringkante geschlagen.

Fliesenfräse für Wellenschnitte und kreisrunde Durchbrüche

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Eine Fliesenfräse ist das beste Werkzeug, um tatsächlich akkurat kreisrunde Durchbrüche mit glatten Kanten zu erreichen. Auch wellenförmige Winkel und Kanten können damit ohne Probleme in die Fliese geschnitten werden.

Tipps und Tricks zum Bodenfliesen schneiden

Bei sehr harten Fliesen, zum Beispiel Natursteinfliesen oder Feinsteinzeugfliesen, sollten Sie unbedingt Fliesenfräse und elektrische Fliesenschneider verwenden. Zuerst sollten immer sämtliche Fliesen verlegt werden, die nicht geschnitten werden brauchen. Zum einen kann so Zeit gespart werden, zum anderen können Sie sich zunächst ganz auf das Verlegen der Fliesen und dann auf das Zuschneiden konzentrieren. Den Fliesenkleber sollten Sie aber auch hier erst später auftragen.

Stoßschutzleisten und Fliesenabschlusskanten müssen an zusammenlaufenden Kanten dem Winkel entsprechend mit einer Gehrung geschnitten werden, bei einer 90Grad-Kante also mit 45 Grad.

Fazit

Wenn von vornherein klar ist, dass nur einmalig und sehr wenige Fliesen verlegt werden sollen, lohnt sich die Anschaffung eines teuren Gerätes nicht. Dann sollte man sich einfaches Werkzeug zulegen. Nur wenn sie regelmäßig eingesetzt wird, lohnt sich der Kauf einer kostspieligen Maschine wie eines elektrischen Fliesenschneiders oder einer elektrischen Fliesenfräse. Auch eine Anfrage bei einem Werkzeugverleih kann eine gute Alternative sein.