Trockenbau – So wird’s gemacht

Holzständerwand abreißen
Holzständerwand abreißen

Mit dem Trockenbau können unterschiedliche Aufgaben gelöst werden. Ein Klassiker dieser Aufgaben ist das Aufstellen von Wänden, doch können beispielsweise auch Rohre verkleidet oder Decken abgehängt. In diesem Artikel möchten wir dir einige Punkte rund um das Thema Trockenbau näherbringen und dir die wichtigsten Arbeitsschritte bei Deckenabhängungen und dem Aufstellen von Wänden kurz beschreiben.

Welche Arten von Gipskarton- und Gipsfaserplatten gibt es?

Im Bereich der Gipskarton- und Gipsfaserplatten gibt es eine Vielzahl verschiedener Ausführungen und Arten, welche erhältlich sind.

Einerseits gibt es die herkömmlichen Standard-Platten, andererseits sind Platten erhältlich, welche speziell imprägniert sind und dadurch beständiger gegen Feuchtigkeit oder auch gegen Feuer sind. Aufgrund ihrer Dicken sind die verschiedenen Platten für unterschiedliche Einsatzzwecke geeignet. Dies kommt daher, dass die Belastbarkeit der Platten primär durch ihre Dicke bestimmt wird. So sind Gipskartonplatten mit einer Dicke ab 6 mm bis hin zu 20-25 mm erhältlich.

Zusätzlich zu den Standardplatten gibt es folgende Spezialplatten:

  • Schallschutzplatten
  • Thermoplatten
  • Strahlenschutzplatten
  • Medizinische Strahlenschutzplatten
  • Feuerschutzplatten

Gibt es Alternativen zu Gipskarton- und Gipsfaserplatten?

Durch ihre Vielseitigkeit und ihre unterschiedlichen Modifikationen sind Gipskarton- und Gipsfaserplatten von großer Bedeutung im Trockenbau. Doch gibt es zu diesen Materialien auch einige alternative Materialien, welche im Trockenbau eingesetzt werden können.

Zum einen sind dies die Lehmbauplatten. Diese können in der Verarbeitung genauso handgehabt werden wie Gipskarton. Lehmbauplatten sind in unterschiedlichen Dicken erhältlich und ihre Anwendung erfolgt oft in Kombination mit dem Holzbau.

Eine weitere Alternative sind Strohbauplatten. Die Platten sind in Dicken von 38 mm und 58 mm erhältlich und damit deutlich dicker als die für den Trockenbau handelsüblichen Gipsfaserplatten. Dies ermöglicht es aber, dass selbsttragende Wände ohne weitere Unterkonstruktionen erstellt werden können.

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit Innenwandsysteme aus Holzfaserdämmplatten zu bauen. Diese werden, wie auch Gipskarton, auf Unterkonstruktionen verschraubt.

Welche Unterkonstruktionen für den Trockenbau gibt es?

Für die meisten Bauvorhaben im Trockenbau werden Unterkonstruktionen zum Verschrauben der Platten benötigt.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten, zum einen, Holzunterkonstruktionen und zum anderen Metallunterkonstruktionen. Beide Konstruktionsarten verfügen über unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Unterkonstruktion aus Holz

Die Unterkonstruktion aus dem Material Holz gibt es schon sehr viel länger als Unterkonstruktionen aus Metall. Aus ökologischer Sicht betrachtet, sind Holzkonstruktionen wesentlich sinnvoller. Der große Nachteil, welchen Holz mit sich bringt ist, dass sich diese Konstruktion unter Umständen verzieht. Daher ist es wichtig, hier keilgezinkte Latten und Kanthölzer für den Bau der Unterkonstruktion zu verwenden, um ein Verziehen der Konstruktion zu vermeiden.

Unterkonstruktion aus Metall

Unterkonstruktionen aus Metall sind gerade bei größeren Bauvorhaben vorteilhaft, da sie mit etwas Übung schneller zu verarbeiten sind und unterschiedliche Systeme für zum Beispiel schwere Lasten und andere Installationen erhältlich sind.

Welche Werkzeuge werden im Trockenbau benötigt?

Neben Maßband, Bleistift und Wasserwaage gibt es noch eine kleine Auswahl an Werkzeugen, welche für den Trockenbau von Vorteil sind.

Einerseits werden bereits für die Unterkonstruktionen Werkzeuge benötigt. Hier kommt es darauf an, welche Unterkonstruktion verwendet wird. Grundsätzlich sind folgende Werkzeuge vorteilhaft:

  • Blechschere bei Metallunterkonstruktion
  • Säge bei Holzunterkonstruktion

Für die Grundausstattung zur Verarbeitung von Trockenbauplatten werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Cuttermesser mit Ersatzklingen
  • Stichsägen für Gipskartonplatten
  • Akkuschrauber

Alternativ hierzu gibt es noch weitere Werkzeuge, welche die Arbeit im Trockenbau enorm erleichtern können. Der Kantenhobel, welcher dafür gedacht ist, Gipskartonplatten nach dem Schneiden wieder neu anzufasen. Für Elektroinstallationen wie Steckdosen, Lichtschalter und Ähnliches kann eine Lochkreissäge sehr hilfreich sein. Diese ermöglicht es, Löcher so einfach wie möglich in die Gipskarton- und Gipsfaserplatten zu schneiden. Trockenbauschrauber, aber auch speziell der Magazinschrauber bedeutet eine enorme Erleichterung für das Verschrauben der Trockenbauplatten.

Welche Arbeitsschritte werden im Trockenbau durchgeführt?

Je nachdem, ob eine Decke verkleidet werden soll oder eine Wand eingezogen werden soll sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig, um dies erfolgreich durchzuführen.

Im folgenden Abschnitt werden die wesentlichen Arbeitsschritte kurz beschrieben.

Arbeitsschritte Wand

Arbeitsschritt 1: Planung

Als erstes muss der gewünschte Wandverlauf festgelegt werden und an Boden, Decke und Wand eingezeichnet werden.

Arbeitsschritt 2: Rahmenkonstruktion erstellen

Im nächsten Schritt müssen die Profile passend zugeschnitten werden und anschließend an der Decke und am Boden befestigt werden.

Arbeitsschritt 3: Ständerprofile ausrichten

Die Profile des Ständerwerkes müssen senkrecht ausgerichtet werden. Hier ist es wichtig, dass die Öffnungen dieser Profile alle in eine Richtung zeigen.

Arbeitsschritt 4: Türen einsetzen

Wenn eine Tür in die Wand eingesetzt werden muss, dann geschieht dies in diesem Arbeitsschritt.

Arbeitsschritt 5: Gipskartonplatten anbringen

Die Gipskartonplatten werden mit einer Fuge zu Boden und Decke waagrecht ausgerichtet und anschließend mit einem Trockenbauschrauber befestigt.

Arbeitsschritt 6:

Bevor verspachtelt wird sollte die Fuge mit Tiefengrund grundiert werden. Anschließend kann verspachtelt werden, damit eine glatte Fläche entsteht.

Arbeitsschritte Decke

Zum Bekleiden oder Abhängen von Decken ist es wichtig, dass eine ausreichende

Deckenhöhe vorhanden ist.

Decken werden oft aus folgenden Gründen abgehängt oder verkleidet:

  • Optische Gründe (z.B. zum Einbau von Beleuchtungssystemen)
  • Wärmedämmung
  • Feuerschutz
  • Schallschutz

Arbeitsschritt 1: Profile anbringen

Im ersten Schritt, zum Abhängen von Decken müssen die Profile für das Abhängesystem angebracht werden. Zum Sicherstellen, dass die Profile gerade ausgerichtet sind, sollte mit einer Wasserwaage gearbeitet werden.

Arbeitsschritt 2: Direktabhänger anbringen

Im zweiten Schritt muss zunächst die Position der Grundlattung festgelegt werden. Anschließend können die Löcher zum Befestigen der Direktabhänger gebohrt werden und diese mit den entsprechenden Dübeln und Schrauben angebracht werden.

Arbeitschritt 3: Grundlattung anbringen

Wenn die Direktabhänger befestigt wurden kann nun die Grundlattung angebracht werden. Hierbei sollte kontrolliert werden, dass die Grundlattung nirgendswo durchhängt.

Arbeitsschritt 4: Traglattung anbringen

Die Traglattung oder auch Querverlattung, ist jene Lattung an der die Deckenplatten angebracht werden. Die Traglattung wird in diesem Schritt an der Grundlattung befestigt.

Arbeitschritt 5: Platten schneiden und anbringen

Zunächst müssen die Gipskartonplatten auf die benötigte Länge, welche sich durch das Abhängesystem ergibt geschnitten werden. Wenn die Platten auf die richtige Länge gebracht wurden und erneut angefast sind, dann werden sie mit der angefasten Kante nach unten und quer zur Traglattung angebracht.

Arbeitsschritt 6: Schnittkanten grundieren und fugen der Deckenabhängung

Zur Vermeidung, dass Spachtelmasse einfällt muss in diesem Schritt die Schnittkante mit Tiefengrund grundiert werden. Danach kann die Deckenabhängung verspachtelt werden.

Zusammengefasst: Trockenbau für verschiedene Einsatzzwecke

Alleine durch die Auswahl an unterschiedlichen Platten und deren Modifikationen ergeben sich verschiedene Einsatzzwecke in denen die Anwendung von Trockenbau möglich ist.

Es gibt eine Vielzahl an Plattenarten, nicht nur auf Gipskarton und Gipsfaser sondern auch ökologische Alternativen aus Lehm oder anderen. Zusätzlich sind spezielle Werkzeuge für die Bearbeitung erhältlich, welche das Arbeitstempo enorm erhöhen können und speziell für den Trockenbau geeignet sind.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Trockenbau auch für den Heimwerker viele Möglichkeiten bietet um kleinere Bauarbeiten selbst durchführen zu können.

Quellen:

https://www.kaufberater.io/baumarkt/schleifmaschinen/trockenbauschleifer/

https://de.wikipedia.org/wiki/Trockenbau

https://www.hornbach.de/cms/de/de/projekte/raeume_ausbauen/waende_einziehen_durch_trockenbau/planung_fuer_trockenbau/planung_trennwaende.html

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*